Grainau – einen mehr als deutlichen Hinweis auf eines seiner Highlights gibt der südwestlich von Garmisch-Partenkirchen gelegene Ort bereits in seinem Beinamen. Immerhin nennt er sich auch Zugspitzdorf Grainau. Doch der mit 2.962 Metern höchste Berg in Deutschland ist nicht das Einzige, was es sich hier anzuschauen lohnt. Welche spektakulären Naturerlebnisse es hier sonst noch gibt, verrate ich dir in meinem Beitrag.
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1. Mit der Bergbahn auf die Zugspitze
Unübersehbar präsentiert sich der mächtige Gipfel der Zugspitze am Ende des Tales hinter Grainau. Im schönsten Abendrot habe ich ihn schon am Vortag vom Balkon unseres Hotelzimmers bewundert. Noch recht früh am Morgen soll es nun aber mit der Kabinenbahn hinaufgehen. Gespannt stehe ich also an der Talstation Eibsee und warte auf die nächste Gondel. Da kurz vor 9 Uhr tatsächlich erst wenige Gäste vor Ort sind, ergattere ich einen Stehplatz hinter der Frontscheibe und genieße bei der Auffahrt den Blick auf die beeindruckende Bergwelt und die schroffen Felsen weiter oben.
Angekommen an der Bergstation zieht es mich sofort auf die oberste Etage. Atemberaubend ist hier die Aussicht über die zahlreichen Gipfel in nah und fern. Auch das bayerische Seenland und – bei guten Wetterverhältnissen – sogar die Landeshauptstadt München sind zu entdecken. Direkt unterhalb der Zugspitze fällt mein Blick auf den in wunderschönen Farben schimmernden Eibsee.
Den Aufstieg zum Gipfelkreuz lasse ich aber lieber aus. Wenn du dorthin willst, solltest du auf jeden Fall die passende Ausrüstung mitbringen. Auch Schwindelfreiheit und ein wenig Erfahrung mit Klettersteigen sind von Vorteil. Stattdessen zieht es mich noch zu einem Abstecher ins Nachbarland Österreich, das praktischerweise über einen Durchgang ganz unkompliziert zu erreichen ist.
Unterwegs am Zugspitzgletscher
Zurück auf der deutschen Zugspitzseite fahre ich mit der Gletscherbahn ein Stück am Berg hinab in Richtung Gletscher – oder besser: das, was vom Gletscher noch übriggeblieben ist. Vorbei geht es dabei am Schneefernerhaus, das förmlich am Fels zu kleben scheint. Mehr als 60 Jahre waren darin Deutschlands höchstes Hotel und die Bergstation der Zugspitzbahn untergebracht. Seit 1999 dient es nun aber als Umweltforschungsstation.
Interessiert beobachte ich außerdem einige Bergwanderer, die auf den Geröllwegen vom Gletscherplateau zum Gipfel unterwegs sind. Was gar nicht mal so weit entfernt wirkt, wird auf den Hinweisschildern mit 1,5 Stunden Wanderzeit angegeben. Und dabei ist Trittsicherheit ein absolutes Muss. Ich schaue mich daher lieber gemütlich auf dem Zugspitzplatt um und genieße zusammen mit dem Mann von einer Bank die spektakuläre Aussicht.
Meine Neugier geweckt hat außerdem die Kapelle Mariä Heimsuchung nicht weit entfernt vom Schneeferner. Sehenswert sind der kleine Altar und eine große Wandzeichnung. Außerdem punktet der 1981 fertiggestellte Bau natürlich als Deutschlands höchste Kirche. Nach dem Abstecher in die Marienkapelle zieht es mich aber noch zum Gletscher. Leider präsentiert sich der Schneeferner sehr geschrumpft. Inzwischen hat ihn dieser Zustand sogar seinen Gletscher-Status gekostet. Mehr Informationen zur Entwicklung erhältst du bei der täglich um 11 Uhr und um 13.30 Uhr angebotenen kostenlosen Führung.
[Box]2. Rundgang und Schifffahrt am Eibsee
Umgeben von einem traumhaften Bergpanorama und herrlicher Natur liegt der Eibsee. Spektakulär leuchtet er in allerlei Farbtönen von kräftigem Türkis bis zu sattem Dunkelblau. Und was schon vom Gipfel der Zugspitze wunderschön aussieht, zeigt sich direkt am Ufer noch mal deutlich intensiver. Das Faszinierende dabei: Gefühlt hinter jeder Biegung des Wanderwegs rund um den See ändert sich die Farbschattierung.
Neugierig frage ich mich da, wie das Ganze wohl in umgekehrter Richtung – also mit Blick vom See – wirkt. Klar, dass ich die Gelegenheit zu einer Schifffahrt gerne nutze. Wer über den Eibsee schippern will, hat die Wahl zwischen einer Tretbootfahrt, einer Runde mit dem Ruderboot oder der Rundfahrt mit dem kleinen Ausflugsboot „Reserl“. Ganz umweltfreundlich ist der Oldtimer übrigens schon seit 2017 mit Elektromotor unterwegs.
Gerne habe ich mich diesmal für die bequeme Variante entschieden. Knapp 30 Minuten tuckert der Dampfer gemütlich über den See. Dabei weist der Eibsee-Kapitän auf allerlei Sehenswertes am Ufer und im See hin. Dazu zählt auf jeden Fall die idyllisch im Eibsee gelegene Maximiliansinsel. Ganz romantisch konnten Paare sich dort bis 2015 standesamtlich trauen lassen. Dauerhaft erhalten bleibt zum Glück aber die traumhafte Aussicht vom Boot: Beim Ablegen fällt mein Blick auf die Ammergauer Alpen, auf dem Rückweg ist das Wettersteingebirge mit der Zugspitze zu sehen.
Einkehrtipp: Biergarten am Eibsee
Wer vom Bahnhof Eibsee und der Talstation der Zugspitze Richtung Eibsee spaziert, erreicht nach kurzem Fußweg das Seerestaurant Eibsee-Pavillon. Direkt daneben befindet sich der Biergarten. Von der Terrasse genießt du einen herrlichen Blick über den See und kannst die Tretbootfahrer und Standup-Paddlerin bei ihrem Start auf dem Wasser beobachten. Getränke und Speisen holst du dir an zwei Theken. Geöffnet ist der Biergarten täglich von 12 Uhr bis 19 Uhr.
3. Wanderung durch die Höllentalklamm
Recht spontan entschließe ich mich zu einer Wanderung durch die Höllentalklamm. Ihr Eingang befindet sich oberhalb von Grainau und ist über zwei verschiedene, gut ausgeschilderte Wanderwege zu erreichen. Ich starte über den Panoramaweg, von dem ich erst einmal die Aussicht auf den Ort und die Berge genieße. Im weiteren Verlauf geht es dann stetig hinauf durch dichten Wald, bis ich kurz vor der Höllentaleingangshütte auf den zweiten Weg stoße, der von Hammersbach direkt durchs Höllental hinaufführt.
Nach kurzer Rast in der Hütte mache ich mich schließlich auf den Weg durch die Klamm. Gleich hinter dem Eingang erfahren Besucherinnen und Besucher in einem kleinen Museum mehr über ihre Geschichte. Spektakulär wird es dann aber hinter der nächsten Wegbiegung. Denn zwischen den Felsen tost das eisblaue Wasser in Richtung Tal. Dabei begeistern auf der Wanderung durch die Höllentalklamm immer neue Gesteinsformationen. An manchen Stellen spritzt das Wasser meterhoch, an anderen wirkt es wie ein Regenvorhang am Fels.
Etwa 45 Minuten führt mich der Weg hinauf durch die Höllentalklamm. Immer wieder laden dabei besonders schöne Stellen dazu ein, den Blick auf das talwärts stürzende Wasser zu genießen. Doch auch die als Tunnel in den Fels gearbeiteten Wegstücke sind ein besonderes Erlebnis. Wer mehr Zeit mitbringt, startet vom Ende der Klamm zu einer Tour zur Höllentalalm – und von dort vielleicht sogar weiter auf die Zugspitze. Weitere spektakuläre Perspektiven sind aber auch beim Rückweg über dieselbe Route garantiert.
Einkehrtipp: Höllentaleingangshütte
Spektakulär liegt die kleine Höllentaleingangshütte an einem Felsen. Von der kleinen Terrasse genießt du einen schönen Blick in die Natur und das Tal. Stärken kannst du dich dort bei leckeren regionalen Gerichten. Das Angebot des Tages notiert das junge Wirtspaar auf einer Tafel neben dem Eingang. Sehr gut geschmeckt hat mir dort der Kaiserschmarrn.
Da es selbst an heißen Tagen im Sommer in der Klamm kühl ist, solltest du unbedingt Jacke oder Pulli dabei haben. Auch Regenschutz ist sehr zu empfehlen, denn in der Schlucht wirst du in jedem Fall nass werden. Wissen solltest du außerdem, dass die Felsen durch das Spritzwasser sehr rutschig sein können. Feste Schuhe sind daher ein Muss.
Mein Tipp für Unterkunft und Essen in Grainau
Übernachten im Romantik Alpenhotel Waxenstein
Etwas oberhalb am Ortsrand von Grainau liegt das 5-Sterne-Romantik-Alpenhotel Waxenstein. Vom Balkon des kleinen aber durchaus feinen Zimmers genieße ich von dort den Blick auf die Zugspitze. Auch die kulinarischen Genüsse kommen im Hotel aber nicht zu kurz. Das Frühstücksbuffet bietet eine gute Auswahl an süßen und herzhaften Leckereien. Gut gefallen hat mir vor allem die separate Karte mit verschiedenen Eierspezialitäten. Feinschmecker können im Hotel außerdem ein Dinner im Gourmet-Restaurant hinzubuchen.
Gern genutzt habe ich nach dem ausgiebigen Wandertag den kleinen Wellness-Bereich, wo ein Pool und die Sauna für Entspannung sorgen. Besonders schön ist hier auch der herrliche Ausblick von der Liegewiese auf die umliegenden Berge. Wer mag und rechtzeitig einen Termin vereinbart, kann außerdem in den Genuss der Spa-Behandlungen im Haus kommen.
Wenn du im Urlaub auch am liebsten das Auto auf dem Hotelparkplatz stehen lässt, hast du es vom Alpenhotel Waxenstein nicht weit zu Bus und Bahn. Die Buslinie Richtung Garmisch und Eibsee fährt vom Dorfplatz in etwa zehn Gehminuten Entfernung, die Zugspitzbahn fährt vom ungefähr 20 Minuten entfernten Bahnhof Grainau.
Buchen kannst du das Hotel über Booking.com.
Romantik Alpenhotel Waxenstein | Höhenrainweg 3 | 82491 Grainau
Pizzeria Da Franco
Nach dem Motto „Italienisch essen geht immer“ habe ich mich zweimal abends für ein Essen auf der Terrasse der Pizzeria Da Franco entschieden. Das Lokal befindet sich an der Straße in Richtung Eibsee. Die Speisekarte dort hält eine schöne Auswahl an Pizza und Pasta bereit. Beides habe ich getestet und war sehr angetan. Das Bruschetta als Vorspeise hat außerdem so gut geschmeckt, dass ich es an beiden Tagen bestellt habe. Genauso lecker war auch das hausgemachte Eis.
Pizzeria Da Franco | Eibseestr. 2 | 82491 Grainau
Gaststätte zum Dorfbrunnen
Gut gegessen habe ich außerdem in der Gaststätte zum Dorfbrunnen im Ortszentrum von Grainau. Die Speisekarte ist eher international ausgerichtet, enthält aber auch regionale Leckereien. Sehr gut geschmeckt hat mir dort das Rösti mit Lachs.
Gaststätte zum Dorfbrunnen | Unterer Dorfplatz 3 | 82491 Grainau
Grainau erreichst du mit dem Auto von München kommend über die Autobahn A95 Richtung Garmisch. Vom Autobahnende folgst du den Hinweisen Richtung Fernpass. Bald hinter dem Ortsausgang von Garmisch biegst du links ab Richtung Grainau.
Mit der Bahn
Reist du mit der Bahn an, nimmst du am besten von München den Zug nach Garmisch-Partenkirchen. Am dortigen Bahnhof steigst du entweder um in die Zugspitzbahn, die dich direkt zum Bahnhof Grainau – und bei Bedarf weiter an den Eibsee – bringt. Alternativ nimmst du den Bus nach Grainau, der auf seinem Weg zahlreiche Haltestellen im Ort bedient.
Was du in Grainau und Umgebung sonst noch machen kannst
Gut nutzen kannst du deinen Aufenthalt im Zugspitzdorf Grainau für einen Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen. Das Stadtzentrum dort lädt zu einem Bummel vorbei an zahlreichen Geschäften oder einen Spaziergang im Kurpark ein. Wenn du lieber dein Glück herausfordern willst, hast du die Möglichkeit dazu im Casino.
Neben der Höllentalklamm kannst du in der Region außerdem die Partnachklamm erkunden. Zahlreiche Wege im Tal und am Berg laden zu mehr oder weniger ausgedehnten Wanderungen ein. Hoch hinaus geht es dabei auch mit der Kreuzeckbahn oder der Alpspitzbahn. Ein wahres Highlight wartet nach der Fahrt auf die Alpspitze. Denn in der Nähe der Bergstation formen zwei Stahlträger den AlpspiX – ein großes X, das etwa 25 Meter über den Fels hinausreicht. So bietet die Aussichtsplattform nicht nur einen wunderschönen Fernblick. Auch nach unten reicht die freie Sicht knapp tausend Meter. Für mindestens einen Hauch von Nervenkitzel ist hier also gesorgt. Weitere Tipps – auch zu Ausflügen in die schöne Umgebung – findest du hier bei Anja vom Blog Go on Travel.
Ich wünsche dir allzeit schöne Reiseerlebnisse
Warst du schon mal in Grainau? Welche Tipps hast du für Unternehmungen im Zugspitzdorf und in der Region? Schreib mir gerne deine Tipps und Anregungen in die Kommentare. Ich bin schon sehr gespannt.
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